wissensorganisation

Buchhinweis: Neue Governance der Wissenschaft Reorganisation – externe Anforderungen – Medialisierung
11.544
[05.12.13 , 00:00]

Der Transcript-Verlag aus Bielefeld kündigt einen neuen Titel an, der im weiteren Sinne auch zu Science 2.0 Bedeutung haben kann:

Im Wissenschaftssystem finden tiefgreifende Umbruchprozesse statt, die insbesondere in einer weitreichenden Reorganisation der Hochschulen, wachsenden Erwartungen an Sichtbarkeit und Nützlichkeit sowie einer intensivierten Medialisierung der Wissenschaft zum Ausdruck kommen. In 13 Beiträgen, die auf umfangreichen empirischen Forschungen beruhen, behandelt das Buch Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen dieses Transformationsprozesses. Es skizziert damit die Konturen einer neuen »Governance of Science« und liefert zugleich anschauliche Erklärungsmuster und griffige Handlungsansätze für Wissenschaftsmanagement und -politik.

Edgar Grande, Dorothea Jansen, Otfried Jarren, Arie Rip, Uwe Schimank, Peter Weingart (Hg.)

Neue Governance der Wissenschaft. Reorganisation – externe Anforderungen – Medialisierung

Oktober 2013, 374 S., kart., zahlr. Abb., 32,80 €
ISBN 978-3-8376-2272-0
Reihe Science Studies

[Allgemein, wissensorganisation]

Buchhinweis: Gerald Beck: Sichtbare Soziologie
13.154
[22.10.13 , 18:46]

Im Bielefelder Transkript-Verlag wird eine Publikation von Gerald Beck angezeigt mit dem Titel: Sichtbare Soziologie. Visualisierung und soziologische Wissenschaftskommunikation in der Zweiten Moderne.

Der Klappentext führt aus: (quote von der Website des Verlages (http://www.transcript-verlag.de/ts2507/ts2507.php) am 22.10.2013:

“Ist die Soziologie eine unsichtbare Wissenschaft? Ausgehend von dieser Frage und vor dem Hintergrund der These der reflexiven Verwissenschaftlichung (Ulrich Beck) beschäftigt sich Gerald Beck mit der Rolle von Visualisierungen an der Schnittstelle zwischen Soziologie und Öffentlichkeit sowie mit ihrem Einfluss auf die soziologische Wissensproduktion. Aus einer semiotischen und in den Science & Technology Studies geschulten Perspektive arbeitet er zudem die Chancen, Risiken und Aufgaben heraus, die sich mit einer zunehmenden Nutzung von Visualisierungen in der Soziologie ergeben, und formuliert Vorschläge, wie diesen zu begegnen wäre. Die Studie zeigt: Es geht nicht mehr um die Frage, ob, sondern wie die Soziologie Visualisierungen in Zukunft einsetzt.”

Visualisierung von und in der Soziologie ist zunächst kein unmittelbares Thema für einen Science 2.0-Blog. Andererseits aber wird heute kaum eine Visualisierung noch nicht digital sein – und damit ist sie auch sehr wahrscheinlich (zumindest in Teilen) im Netz präsent. Unmittelbar daran schliessen sich eine Reihe sehr relevanter Fragen an: Die Publikation der Visualisierung (s. das Posting des Kollegen Keller in diesem Blog), ihre Nutzung innerhalb der Community und für spezielle Zwecke (Unterricht), die rechtliche Regelung ihrer Nutzung (Stiwchwort OA / OER) u.a.m.

Wenn der Klappentext also verspricht, der Autor sei nicht nur semiotisch, sondern auch in “Science & Technology Studies” geschult, dann hat die Publikation ja vielleicht doch etwas mit unserem Blogthema zu tun ;-) .

[Allgemein, Kommunikation, wissensorganisation]

Elsevier buys Mendeley: Kommentar von Sean Takats (Zotero)
14.314
[16.10.13 , 09:23]

In einem sehr offenen und deutlichen Blogbeitrag äussert sich Sean Takats, Professor für Geschichte an der George-Mason-University in Fairfax (USA) und Leiter des sehr erfolgreichen Software-Projekts Zotero (zotero.org) über das harte “Geschäft” mit akademischer Literaturverwaltungssoftware. Anlass für diese Äusserungen war der Kauf des Mendeley-Projektes (www.mendeley.com) durch den Verlags-Giganten Elsevier. Sehr deutlich ist dabei seine Enttäuschung darüber zu spüren, dass Mendeley, einst angetreten, um im Geiste von Web 2.0 und user-generated content den akademischen Publikationsmarkt und die bestehenden Machtkartelle aufzumischen, nun ausgerechnet vom grössten und meistkritisierten Verlagsgiganten aufgekauft wird. Das ist ein herber Rückschlag für all jene, die in den neuen Technologien das Potential sehen, bestehende profitorientierte Machtstrukturen zu brechen und den Publikatonsmarkt offener und “gerechter” zu gestalten (Stichwort: Open Access, Open Content). Ernüchternd dabei ist v.a. Takats Feststellung, dass die User selber nicht bereit seien, für eine solche Software zu zahlen. Die Übernahme von Mendeley lässt sich aber auch andersherum lesen: Kommentatoren der Plattform TechCrunch sehen im genannten Kauf eher eine Chance, die Web 2.0-Ideen via Mendeley in den Verlagsgiganten hineinzutragen

[Literaturverwaltung, Social Media, wissensorganisation]