Was heisst Dankeschön auf Bulgarisch? – Anregungen zur Herausforderung von ‘eCollaboration’ am Beispiel internationaler Forschungsprojekte
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[02.05.13 , 06:03 von Nicole Bittel]

 

Mein erster EU-Projektantrag

Was für ein persönlicher Erfolg Ende Januar dieses Jahres. Mein erster (und in Anbetracht meiner vielen Verzweiflungstränen darin vielleicht auch letzter?) EU-Projektantrag war eingereicht. Ordnungsgemäss. Vollständig. Und pünktlich. Fürs Erste blieb nur noch abzuwarten, und mich bei den nationalen und internationalen Partnern zu bedanken, die mal mehr, mal weniger zuverlässig zur Fertigstellung des Antrags beigetragen hatten. Aber eine Dankesmail in Englisch? Rather boring. Dann vielleicht ein paar nette Sätze in Walliserdeutsch? – nun, wenn uns die übrigen Schweizer Eidgenossen schon nicht verstehen, wie sollten es dann Spanier, Italiener, Griechen oder Bulgaren? Ich entschied mich deshalb für ein Dankeschön in der jeweiligen Landessprache… eine Herausforderung. Und nicht die einzige – in einer Gruppe internationaler Forscher, die zu Beginn oft nicht viel mehr miteinander verbindet als eine Vision.

Die Herausforderung: Virtuelle Zusammenarbeit

Mitglieder (inter)nationaler Forschungsprojekte stehen vor der Aufgabe, innerhalb kurzer Zeit – oft innerhalb einiger Wochen – gemeinsame Projektziele zu formulieren und Wege zu definieren, diese Ziele zu erreichen – und zwar in einer Weise, welche den unterschiedlichen kulturellen Bedingungen und spezifischen Fachkenntnissen der Forschenden sowie den vielfältigen strategischen, inhaltlichen und strukturellen Bedürfnissen ihrer Institutionen Rechnung trägt.
Die Herausforderung für ein solches Team von Forschern, die aus verschiedenen Fachgebieten kommen, dabei unterschiedliche Sprachen sprechen und (zumindest potenziell) über die ganze Welt verteilt sind, heisst deshalb virtuelle Zusammenarbeit. Ein paar Mails in der jeweiligen Landessprache machen jedoch mit Nichten schon den Erfolg einer solchen Zusammenarbeit aus…

Tools sind nur die eine Seite…

Denn: eCollaboration ist kein Selbstläufer – erst recht nicht, wenn sich der zwischenmenschliche Kontakt unter den Forschern auf eMails, Dropbox oder Skype beschränkt bzw. beschränken muss. Zusammenarbeit unter der erschwerten Bedingung geografischer Distanz braucht mehr als die zur Verfügungstellung technischer Tools, wenn die Entwicklung einer gemeinsamen Projektidentiät der Weg und der geteilte Projektantrag das Ziel sein soll.
Tools ermöglichen zwar den sozialen Austausch über geografische und zeitliche Grenzen hinweg, sie ersetzen diesen aber nicht. Und damit ist eCollaboration vielmehr eine soziale denn technische Herausforderung: Forscher müssen bereit sein, nicht nur fachliche, sondern auch geografische Distanzen zu überwinden und für ihr Vorhaben positiv zu nutzen. Es gilt zusammenrücken – nicht nur räumlich, sondern auch als Team mit allen dazugehörigen mentalen, emotionalen und sozialen Aspekten.

Quelle: http://www.paperstonescissors.com/news/?p=284 (30.04.2012).

Die Core Message-to go

Was eine solche Zusammenarbeit in einem internationalen Forscherteam unter der Gegebenheit geografischer Distanz braucht, sind offene, vertrauensvolle und angstfreie Kommunikationsstrukturen. Und diese gibt es leider eben (noch) nicht auf Klick! Es braucht Bereitschaft und Zeit, einen Raum zu schaffen, in dem respektvoller Austausch möglich wird, und es braucht das Bewusstsein für einen solchen Raum als Voraussetzung erfolgreicher (internationaler) Projektarbeit.
Und ein Dankeschön in der jeweiligen Landessprache ist dabei ein erster kleiner Schritt in diese Richtung. :-)

Brig, 02.05.2013

 

[Kommunikation, neu]

Möglichkeiten und Potentiale von Sozialen Medien (Social Media) für Forscherinnen und Forscher
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[11.04.13 , 19:58 von marugru]

Teil 1

Soziale Medien haben die Art und Weise der Interaktion im Internet verändert und neue Möglichkeiten der Beteiligung und Partizipation eröffnet. Einige von Euch werden sich noch an die Anfänge des Web2.0 erinnern: eigene Fotos wurden online gestellt und geteilt, Diskussionsforen und Chats wurden intensiv benutzt und eigene Wikis oder Weblogs betrieben. Das „Mitmach-Web“ war geboren!

Soziale Medien haben viele Lebens- und Arbeitsbereiche verändert und erneuert. Einer dieser Bereiche ist die Forschung. Viele Forscherinnen und Forscher benutzen Web2.0-Dienste und -Werkzeuge für ihre Arbeit. Beispielsweise wird die Online-Präsenz in sozialen Netzwerken dazu genutzt, sich in der Fach-Community zu präsentieren und zu vernetzen, sich untereinander auszutauschen und Inhalte wie Ausschreibungen, Konferenzankündigungen oder Publikationen zu teilen. Weblogs werden z. B. als Publikationsmedium eingesetzt, mit dem sich Forschende schnell und ohne grossen Aufwand online Sichtbarkeit und „Gehör“ verschaffen.

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[Social Media]